Sinus-Milieus® in der Reiseanalyse

Seit der RA 2012 sind die Sinus-Milieus® Bestandteil der Reiseanalyse face-to-face. Ab der RA 2021 wird die Ermittlung der Milieus auch auf die RA online ausgeweitet, wodurch noch umfassendere Analysemöglichkeiten entstehen.

Die Sinus-Milieus® sind das Ergebnis von über 30 Jahren sozialwissenschaftlicher Forschung durch das Sinus-Institut. Die Sinus-Milieus® gruppieren Menschen, die sich in ihrer Lebensauffassung und Lebensweise ähneln. Grundlegende Wertorientierungen gehen dabei ebenso in die Analyse ein wie Alltagseinstellungen zur Arbeit, zur Familie, zur Freizeit, zu Geld und Konsum. Sie rücken also den Menschen und das gesamte Bezugssystem seiner Lebenswelt ganzheitlich ins Blickfeld.

Durch die Integration der Sinus-Milieus® in die Reiseanalyse ist es nun auch möglich, die Sinus-Milieus® ausführlich hinsichtlich ihres Reiseverhaltens und ihrer touristischen Einstellungen zu analysieren. Detaillierte Analysen zeigen deutliche Parallelen zwischen den Alltags- und Urlaubseinstellungen der einzelnen Milieus, was dabei hilft die Frage zu beantworten, wo und wie man die Kunden im jeweiligen Milieu „inhaltlich“ gut abholen kann.

Umgekehrt lassen sich durch die Integration der Sinus-Milieus® in die Reiseanalyse auch touristische Zielgruppen hinsichtlich ihrer Milieuzusammensetzung analysieren. Durch die Kenntnis, wie die Kunden in verschiedenen Milieus „ticken“ – im Alltag und auf Urlaubsreisen – ergibt sich ein tiefergehendes Verständnis für die Bedürfnisse, Ansprüche und Vorlieben der Zielgruppe.

Die „Kartoffelgrafik“ zeigt die aktuelle Milieulandschaft und die Position der verschiedenen Milieus in der deutschen Gesellschaft nach sozialer Lage und Grundorientierung. Je höher ein bestimmtes Milieu in dieser Grafik angesiedelt ist, desto gehobener sind Bildung, Einkommen und Berufsgruppe. Je weiter es sich nach rechts erstreckt, desto moderner im soziokulturellen Sinn ist die Grundorientierung des jeweiligen Milieus. In dieser „strategischen Landkarte“ können Produkte, Marken und Medien positioniert werden. Was die Grafik auch zeigt: Die Grenzen zwischen den Milieus sind fließend. Lebenswelten sind nicht so (scheinbar) exakt eingrenzbar wie soziale Schichten. Sinus nennt das die „Unschärferelation der Alltagswirklichkeit“.